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Sebastian Poullie
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Nachrichten aus Herford und Umgebung

Testlauf im Corona-Impfzentrum in Enger

Montag (21.12.20) wird das künftige Impfzentrum des Kreises Herford auf Herz und Nieren geprüft. Rund 50 DRK-Mitarbeiter werden unter Corona-Bedingungen ein Testdurchlauf machen. Schon bald sollen bis zu 1.700 Menschen täglich auf dem ehemaligen Alno-Gelände in Enger geimpft werden.

In nur zwei Wochen war das neue Impfzentrum eingerichtet worden. Für die Planung, den Betrieb und die Logistik ist der Kreis Herford zuständig. Die Kosten für die Einrichtung des Impfzentrums übernehmen der Bund und das Land.

Weitere Infos zur Corona-Lage im Kreis Herford gibt's hier

Impfen in Deutschland - das müsst ihr wissen

Gesundheitsminister Jens Spahn hat die Corona-Impfverordnung vorgelegt. Darin wird aufgelistet, in welcher Reihenfolge der Impfstoff verteilt werden soll.

"Die Schwächsten zu schützen, das ist das erste Ziel unserer Impfkampagne", sagte der Spahn. Man werde mindestens ein bis zwei Monate brauchen, bis dieses Ziel erreicht sei. Erst dann könne man darüber nachdenken, Zug um Zug das Angebot zu verbreitern. "Das heißt für uns alle: Der Winter wird noch lang." Am 27.12. sollen die Impfungen starten.

Wer besorgt den Impfstoff?

Zentral Impfstoff für Deutschland beschaffen will der Bund. Über einen EU-weiten Schlüssel und nationale Vereinbarungen sind bisher rund 300 Millionen Dosen gesichert. Der Bund bezahlt das auch, im Etat 2021 sind vorerst 2,7 Milliarden Euro dafür reserviert. Verteilt werden sollen Impfstoffe über knapp 30 Anlieferstellen der Länder, von dort dann weiter in regionale Impfzentren, für die gerade Hallen, Stadien und Hotels hergerichtet werden. Das hat praktische Gründe: Einige Impfstoffe müssen bei minus 70 Grad gekühlt werden, was nicht in jeder Praxis und Apotheke geht. In Zentren mit Hunderten Impfungen

am Tag können Impfstoffe auch in großen Mengen aufgebraucht werden, ehe sie verfallen. Möglich sind spezielle Sicherheitsvorkehrungen.


Wo kann man sich impfen lassen?

In den Ländern werden Zentren eingerichtet, die Impfungen in einer Region für die ersten Monate bündeln sollen. In Hessen werden zum Beispiel je Zentrum mindestens 1000 Impfungen pro Tag angepeilt, geöffnet sieben Tage die Woche. In der Düsseldorfer Fußball-Arena sollen auf zwei Etagen bis zu 2400 Impfungen am Tag möglich sein. Gebraucht wird überall auch extra Personal. Spahn rechnet mit einer hohen Bereitschaft bei Ärzten und anderen Helfern - es sei ja auch «eine Jahrhundertsituation», bei der Lösung der Pandemie dabei zu sein. An Zentren angedockt werden sollen mobile Teams, die etwa in Heime und Kliniken gehen, wenn Menschen nicht selbst kommen können. Zuerst haben aber vor allem Alte, Pflegepersonal und Ärzte Vorrang.


Wie sollen Impfungen ablaufen?

Für Impfzentren gibt es jeweils eigene Konzepte, die von der An- und Abfahrt bis zur Gestaltung der Räume reichen. Um Warteschlangen und Gedrängel zu vermeiden, sollen Termine generell vorab online oder per Telefon gebucht werden können. Experten empfehlen für Zentren meist Impfstraßen als Einbahnstraßen, um Patienten von Station zu Station zu lotsen - von der Anmeldung, wo die Impfberechtigung geprüft wird und man einen Aufklärungsbogen bekommen kann, bis zu einer Zone, wo man nach dem Impfen noch etwas bleiben kann. Gebraucht werden auch Wartebereiche, Räume für Arztgespräche und die eigentliche Impfung. Die Planer schauen dann, wie lange ein normaler Durchlauf dauert - in Husum in Schleswig-Holstein sind es zum Beispiel etwa 45 Minuten.

Was kostet die Impfung?

Die Impfung samt Beratung soll für alle Bürger kostenlos sein. In der ersten Phase mit noch relativ wenig verfügbaren Dosen muss man aber - nach dann geltender Impf-Reihenfolge - seine "Anspruchsberechtigung" nachweisen. Beim Alter soll das einfach mit Personalausweis oder Pass gehen, wie ein Verordnungsentwurf des Bundes vorsieht. Bei Personal im Gesundheitswesen, in der Pflege und der "kritischen Infrastruktur" wie der Polizei sollen es Arbeitgeber-Bescheinigungen tun. Wenn Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen an die Reihe kommen, sollen sie ein ärztliches Attest vorlegen müssen. Kennt einen der Arzt, soll man sich das auch telefonisch bestellen und zuschicken lassen können.

Werden Impfungen auch dokumentiert und überwacht?

Wer eine Spritze erhalten hat, soll zum Beispiel im Impfzentrum in Essen ein Einlegeblatt für den Impfpass bekommen. Generell ist zudem eine «Surveillance» der frisch eingeführten Impfstoffe vorgesehen - also eine wissenschaftliche Beobachtung, wie der Prozess auch mit möglichen Risiken abläuft. Dafür sollen Impfzentren täglich Daten ans RKI melden - unter anderem Impfdatum, Impfstoffname, Chargennummer, Geburtsmonat, Geburtsjahr, Geschlecht und Postleitzahl. Wie es in einem Verordnungsentwurf heißt, sollen die Daten nur zweckgebunden zu verarbeiten sein: zum Feststellen der Inanspruchnahme von Impfungen und von Impfeffekten durch das RKI und zum Überwachen der Sicherheit von Impfstoffen durch das bundeseigene Paul-Ehrlich-Institut.

Wie kommen Hausärzte beim Impfen ins Spiel?

Nach dem Start in zentralen Einrichtungen sollen die Corona-Impfungen dezentral weitergehen - wie es Praxen gerade auch wieder mit mehr als 20 Millionen Grippeimpfungen tun. Wann umgeschaltet werden kann, ist offen, vielleicht im Sommer. Voraussetzung sind mehr Impfstoffe für den Masseneinsatz, die normal in Apotheken und Praxen zu lagern sind. Wie sich die Impfbereitschaft nach ersten Eindrücken entwickelt, muss sich dann zeigen. Die Bundesregierung plant Info-Kampagnen fürs Impfen und will erklärtermaßen auf breites Vertrauen achtgeben. Dazu gehört das wiederholte Versprechen: Es geht um ein Impfangebot, keine Impfpflicht. Spahn hat im Bundestag sein Wort darauf gegeben. 

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